Japanisch-Grundlagen
Japanische Aussprache
Die Aussprache ist einer der freundlichsten Teile des Japanischen, gerade für Deutschsprachige: fünf Vokale, die sich nie ändern, ein kleiner Satz Konsonanten und ein gleichmäßiger Rhythmus. Die paar Dinge, über die Anfänger stolpern, lange Vokale, Doppelkonsonanten und das „stumme u“, sind alle in den Kana sichtbar, ein Grund mehr, Hiragana zu lernen, statt Romaji zu lesen.
Die fünf Vokale
Jede japanische Silbe endet auf einen von fünf Vokalen (oder ist das alleinstehende n). Sie sind kurz, rein und immer gleich, und sie liegen sehr nah an den deutschen Vokalen. Nur ü, ö und ä gibt es nicht.
| Kana | Romaji | Klingt wie | Beispiel |
|---|---|---|---|
| あ | a | das a in „Mann“, kurz und offen | あさ (asa, Morgen) |
| い | i | das i in „Kino“, etwas kürzer | いぬ (inu, Hund) |
| う | u | das u in „Kuss“, aber mit entspannten, nicht gerundeten Lippen. Nie ein ü | うみ (umi, Meer) |
| え | e | das e in „Bett“, nie ein tonloses e wie am Ende von „bitte“ | えき (eki, Bahnhof) |
| お | o | das o in „Post“, kurz | おちゃ (ocha, Tee) |
Konsonanten, die eine Anmerkung verdienen
- r (ら り る れ ろ) ist ein einzelner Zungenschlag, irgendwo zwischen r, l und d. Mit dem deutschen Zäpfchen-r aus dem Rachen hat es nichts zu tun; das gerollte r im Spanischen „pero“ oder ein bairisches Zungen-r, ganz kurz, kommt ihm nahe.
- fu (ふ) wird zwischen den Lippen geblasen, weicher als ein deutsches f; der Rest der h-Reihe ist ein normales, gehauchtes h wie in „Haus“, nie stumm wie in „gehen“.
- tsu (つ) ist das z in „Zeit“, also ts, auch am Wortanfang: つき (tsuki, Mond). Das z in Romaji (ざ ず ぜ ぞ) ist dagegen ein stimmhaftes, weiches s wie in „Rose“, nie ein deutsches z.
- shi, chi, ji (し ち じ) klingen wie „schi“, „tschi“ und „dschi“, etwas weicher als im Deutschen. Das s und das sh sind immer stimmlos, auch am Wortanfang: „sushi“ mit scharfem s, nicht wie in „Sonne“.
- n (ん) ist der einzige Konsonant, der allein steht. Er nimmt einen ganzen Takt ein und ändert sich je nach dem, was folgt: m vor b oder p (せんぱい klingt wie sempai), ng vor k oder g.
- g ist immer hart wie in „gut“, auch am Wortende: kein ch wie in „König“ und kein k wie in „Tag“.
Die More: der Rhythmus des Japanischen
Japanisch wird in Takten gemessen, die Moren heißen, nicht in betonten Silben. Jedes Kana ist ein Takt, und jeder Takt dauert ungefähr gleich lang. とうきょう (Tōkyō) hat vier Takte, to-o-kyo-o, nicht zwei. Die Takte gleichmäßig zu halten, ohne einen davon zu betonen, wie es das Deutsche tut, ist der größte einzelne Schritt hin zu einem natürlichen Klang.
Lange Vokale
Ein langer Vokal ist einfach der Vokal, zwei Takte lang gehalten, und er ändert die Bedeutung, so wie bei „Stadt“ und „Staat“. In Hiragana wird er mit einem zusätzlichen Vokal-Kana geschrieben (あ, い, う, und う nach o: おう wird ō gelesen); in Katakana mit dem Strich ー. Romaji markieren ihn mit einem Makron: ō, ū.
| Kurz | Bedeutung | Lang | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| おばさん (obasan) | Tante | おばあさん (obāsan) | Großmutter |
| おじさん (ojisan) | Onkel | おじいさん (ojīsan) | Großvater |
| ゆき (yuki) | Schnee | ゆうき (yūki) | Mut |
| ビル (biru) | Gebäude | ビール (bīru) | Bier |
Doppelkonsonanten: das kleine っ
Ein kleines っ ist eine Pause von einem Takt vor dem nächsten Konsonanten, wie die kleine Lücke zwischen den beiden t in „mit Tinte“, wenn man es sorgfältig ausspricht. Anders als das tt in „Bitte“, das im Deutschen nur den Vokal davor kürzt, ist die Pause hier wirklich zu hören. Romaji verdoppeln den Buchstaben.
| Ohne | Bedeutung | Mit っ | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| きて (kite) | komm | きって (kitte) | Briefmarke |
| さか (saka) | Hang | さっか (sakka) | Schriftsteller |
| おと (oto) | Ton | おっと (otto) | Ehemann |
Das „stumme“ u und i
Zwischen zwei stimmlosen Konsonanten (k, s, t, h, p) oder am Wortende werden u und i so leise geflüstert, dass sie zu verschwinden scheinen. Deshalb klingt です wie „dess“, ます wie „mass“ und すき (suki, mögen) wie „ski“. Schreib die Kana vollständig, sprich sie leicht.
Tonhöhe statt Betonung
Japanische Wörter haben keine betonte Silbe. Stattdessen springt die Tonhöhe der Stimme zwischen den Takten nach oben oder unten. Das stört das Verständnis selten, und die üblichen Muster lernt man mit dem Ohr: はし ist die Brücke, wenn die Tonhöhe steigt, die Essstäbchen, wenn sie fällt. Hör viel zu, ahme nach, und zwing den Wörtern keine deutsche Betonung auf.
Romaji-Fallen
- Lange Vokale fallen in lockeren Romaji oft weg: „Tokyo“ und „Osaka“ sind eigentlich Tōkyō und Ōsaka.
- Lies Romaji nicht wie Deutsch: z ist ein weiches s („Suzuki“, nicht „Sutsuki“), j ist dsch („Fuji“ wie „Fudschi“), y ist das deutsche j („Yamada“ wie „Jamada“), ch ist tsch („Chiba“ wie „Tschiba“), und ei sind zwei Takte, e-i, kein deutsches „ei“: „sensei“ klingt wie sen-se-i, nicht „sen-sai“.
- Die Partikeln は, へ und を werden wa, e und o gelesen.
Das beste Mittel gegen all das ist, jedes Kana von einem Muttersprachler gesprochen zu hören und nachzusprechen, genau das macht die App bei jedem einzelnen. Lies danach die Begrüßungen und Zahlen laut.
Übe mit Kanapup
Jedes Kana in der App hat die Aufnahme eines Muttersprachlers. Tippen, hören, nachsprechen: Die Laute kommen mit den Zeichen.